Deutscher Buchhandlungspreis 2016

Heinrich Heine Buchhandlung eG

Die Türkei

Auf dem Weg in die islamistische Diktatur?

Nach dem gescheiterten Putsch-Versuch von Teilen des türkischen Militärs greift Präsident Recep Tayyip Erdogan hart durch. Tausende Offiziere und Soldaten wurden festgenommen. Fast 3.000 Richter wurden aus dem Dienst entlassen. Auch Verfassungsrichter landeten im Gefängnis. Die Türkei scheint sich auf dem Weg in eine islamistische Diktatur zu befinden.

Ist für diese dramatische Entwicklung nur der machtbesessene Präsident Recep Tayyip Erdogan, der den Weg des Autokraten geht, verantwortlich, oder liegen die Ursachen auch tiefer in der türkischen Geschichte begründet?

Jürgen Gottschlich

Türkei

Erdogans Griff nach der Alleinherrschaft. Ein politisches Länderporträt

Ch. Links Verlag, September 2016, Kt., 232 S.

Sofort lieferbar

»Das ist die Türkei, hier ist alles möglich« - so lautete die Prämisse, unter der sich Jürgen Gottschlich, seit mehr als 20 Jahren Korrespondent in Istanbul, seinem Gastland immer genähert hat. Doch er wurde wie alle Beobachter vom gescheiterten Putschversuch des Militärs im Juli 2016 überrascht.

Cigdem Akyol

Erdogan

Die Biografie

Herder Verlag, April 2016, Geb., 383

Sofort lieferbar

Recep Tayyip Erdogan ist eine der schillerndsten Figuren auf der internationalen politischen Bühne. Er führte die Türkei in eine nie dagewesene Phase der Stabilität und des wirtschaftlichen Aufschwungs. Unter seiner Regierung bewegte sie sich immer weiter in Richtung Europa. Er führt aber auch einen rücksichtslosen Kampf gegen politische Gegner und kritische Medien und initiiert die Reislamisierung der Türkei.

Cigdem Akyol

Generation Erdogan

Kremayr und Scheriau, Februar 2015, Geb., 208

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Die Bilder gingen um die Welt, der Gezi-Park wurde zum weltweiten Symbol des Aufstandes: Im Frühjahr 2013 protestierten aufgeklärte Türken und Türkinnen und forderten mehr Demokratie und den Rücktritt Erdogans. Doch es kam anders: Im August 2014 wählten 52 Prozent Erdogan zum Staatspräsidenten. Warum?

Ece Temelkuran

Euphorie und Wehmut

Die Türkei auf der Suche nach sich selbst

Hoffmann & Campe, Oktober 2015, Geb., 239

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Was ist das für ein Land, in dem Minderjährige ohne Prozess im Gefängnis sitzen? In dem der Vizepremier Frauen das Lachen verbieten will? Und in dem gläubige Muslime zusammen mit Fußballfans und linken Aktivisten gegen die Zubetonierung eines Parks demonstrieren? Die Türkei präsentiert sich gerne als perfektes Beispiel einer gelungenen Synthese aus moderatem Islam und westlicher Demokratie. Tatsächlich, so konstatiert Ece Temelkuran, befindet sich ihr Land in einem schizophrenen Zustand, pendelt zwischen Minderwertigkeitskomplex und übersteigertem Selbstbewusstsein, baut neue Brücken nach Europa und bricht zugleich längst bestehende ab.

Meral Budak-Fero

Die Türkei in der Identitätsfalle

Zur Kompatibilität von Kopenhagener Kriterien und türkischem Konstitutionalismus

Nomos Verlag, März 2015, Kt., 207

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Welchen Einfluss hatten zehn Jahre EU-Beitrittsprozess auf die normative und empirische Entwicklung des Rechts auf Meinungsfreiheit in der Türkei? Anhand dieser Frage und dem theoretischen Gerüst des politischen Konstitutionalismus suchte diese interdisziplinäre Studie nach einer Erklärung für den schleppenden Beitrittsversuch der Türkei in die Europäische Union.

Ilker Attaç, Michael Fanizadeh (Hg.)

Türkei

Kontinuitäten, Veränderungen, Tabus

Mandelbaum Verlag, April 2016, Kt., 206

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Die Frage der Demokratisierung der Türkei ist in den vergangenen Jahren vermehrt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Dabei geht es um die spezifische Rolle der Minderheiten, der regierenden AKP-Partei und der EU. Die Türkei gilt aufgrund ihrer geo-strategischen Lage, der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung sowie wegen ihrer vielschichtigen politischen und zivilgesellschaftlichen Akteur_innen als eines der zentralen Länder der Region. Gleichzeitig sind die politischen und sozialen Verhältnisse umstritten. Fehlende Pressefreiheit, großes Ost-West Gefälle, autoritäre politische Herrschaft und der wieder zunehmende Druck auf die Minderheiten werden kritisch durchleuchtet.

Karin Leukefeld

Flächenbrand

Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat

Papyrossa Verlag, März 2015, Kt., 230

Sofort lieferbar

Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes, heute ist es ein verbranntes Land. Millionen Menschen haben alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Der von außen angeheizte Krieg, die politische Isolierung und die Sanktionen von USA und EU haben ebenso die aufblühende Ökonomie zerstört wie die syrische Reformbewegung. Nicht besser sieht es im Irak aus. Gesellschaftlich zerrüttet, konfessionell zerrissen, wirtschaftlich am Boden, von Terrorismus überzogen, so lautet das Ergebnis der US-geführten Militärintervention und Besatzungspolitik.

Karen Krüger, Anna Esser

Bosporus reloaded

Die Türkei im Umbruch

Aufbau Verlag, Oktober 2015, Geb., 335

Sofort lieferbar

Die Türkei ist als Brücke zwischen Europa und der islamischen Welt für uns von großer Bedeutung. Drei Millionen Menschen türkischer Herkunft leben in Deutschland. Dieses Buch hilft, die innertürkischen Veränderungen, aber auch das Leben und die Konflikte innerhalb der türkischen Community in Deutschland zu verstehen. Ein erhellender Generationenbericht, der mit Klischees aufräumt.

Tanja Scheiterbauer

Islam, Islamismus und Geschlecht in der Türkei

Perspektiven der sozialen Bewegungsforschung

VS Verlag, April 2014, Kt., 196

Lieferdauer ca. 15-25 Werktage

Der vorliegende Band befasst sich mit der politischen und gesellschaftlichen Bedeutung von islamistischen Bewegungen und fragt, wie diese in ihren jeweiligen politischen Kontexten angemessen analysiert werden können. Am Beispiel Kopftuch tragender Aktivistinnen in der Türkei wird theoretisch und empirisch aufgezeigt, wie islamistische Bewegungen mit dem Staat interagieren und welche Wirkungen sie auf Gesellschaft und Politik entfalten.

Burcu Dogramaci, Yavuz Köse, Kerem Öktem (Hg.)

Die Türkei im Spannungsfeld von Kollektivismus und Diversität

Junge Perspektiven der Türkeiforschung in Deutschland

Gabler Verlag, März 2016, Kt., 269

Lieferbar in 15-25 Tagen.

Der Band präsentiert einen Querschnitt einer jungen, gegenwartsbezogenen Türkeiforschung. Im Zentrum steht dabei die Spannung zwischen repressiver Staatsideologie und kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt, zwischen der Verfestigung autoritärer, neopatrimonialer Strukturen während der Regierungszeit der AKP unter Tayyip Erdogan und vielfältigen Formen des Widerstands.

Seyda Ozil, Michael Hofmann, Yasemin Dayioglu-Yücel (Hg.)

In der Welt der Proteste und Umwälzungen

Deutschland und die Türkei

Vandenhoek & Ruprecht, Januar 2015, Kt., 186

Sofort lieferbar

Die Gezi-Proteste in der Türkei im Sommer 2013 haben sich eingegliedert in eine Reihe von internationalen Protesten, in denen vor allem die jüngeren Generationen mehr demokratische Rechte einfordern. Dieser Band ist Protestbewegungen, ihren Ausprägungen, Mitteln, Formen und Gestaltungsmöglichkeiten gewidmet.

Die Beiträge befassen sich u. a. mit Protestbewegungen in Deutschland und in der Türkei und sowie dem Zusammenhang von Protesten und sozialen Medien, Emotionen, Performance, Sprache und dem Theater als Bühne für Protest.