Deutscher Buchhandlungspreis 2016

Heinrich Heine Buchhandlung eG

Imperiale Lebensweise

Als Kautsky, Luxemburg und Lenin vor 100 Jahren ihre Imperialismustheorien formuierten, standen kapitalismusimmanente Widersprüche – Grenzen des inneren Marktes – oder politisches Machtstreben – Monopolherrschaft – im Vordergrund. »Kolonialwaren« spielten nur eine untergeordnete Rolle.

Später ließ der Slogan von der »Solidarität mit den Völkern der III. Welt« eine universale Interessensidentität möglich erscheinen.

Heute jedoch, wo unter Sklavenarbeit ähnlichen Bedingungen Seltene Erden für Smartphones und Textilien für den Massenmarkt produziert werden, hat die kritische Sozialwissenschaft einen Paradigmenwechsel vollzogen. Sie weist daruaf hin, wie die »imperiale Lebensweise« den Alltag eines jeden durchdringt.

Aber wollen wir das so genau wissen?

Auf Kosten Anderer?

Wie die imperiale Lebensweise ein gutes Leben für alle verhindert

oekom, 2017, Kt., 128 S.

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Alle reden von Missständen und Krisen: Hier die Klima- und Rohstoffkrise, dort die sozial-politische Dauerkrise Griechenlands oder die menschenverachtende Ausbeutung in der Textilindustrie. Die Probleme sind vielen bewusst – dennoch scheint sich wenig zu ändern. Warum? Das Konzept der »Imperialen Lebensweise« erklärt, warum sich angesichts zunehmender Ungerechtigkeiten keine zukunftsweisenden Alternativen durchsetzen und ein sozial-ökologischer Wandel daher weiter auf sich warten lässt.

Markus Wissen

Imperiale Lebensweise

Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus

oekom, 2017, Kt., 224 S.

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Immer mehr Menschen - im globalen Norden und zunehmend auch im globalen Süden - machen sich eine imperiale Lebensweise zu eigen. Sie bedienen sich an den ökologischen und sozialen Ressourcen andernorts, um sich selbst einen hohen Lebensstandard zu sichern. Appelle an einen "grünen Konsum" oder Strategien einer "grünen Ökonomie" ändern daran nichts. Viel grundlegendere Veränderungen sind nötig.

Stephan Lessenich

Neben uns die Sintflut

Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis

Hanser Berlin, 2017, Geb., 224 S.

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Uns im Westen geht es gut, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht. Wir lagern systematisch Armut und Ungerechtigkeit aus, im kleinen wie im großen Maßstab. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Der renommierte Soziologe Stephan Lessenich bietet eine brillante, politisch brisante Analyse der Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft.

Jean Ziegler

Der Hass auf den Westen

Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren. Mit e. Vorw. d. Autors

Goldmann, 2011, Kt., 287 S.

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Auf dem Nährboden gegenseitigen Unverständnisses und in dem Bewusstsein jahrhundertelanger Verachtung und Unterdrückung wächst der Hass der Armen und Entrechteten auf den Westen - mit weitreichenden Folgen für die globale Friedenspolitik. Auf seiner Suche nach Antworten nimmt Jean Ziegler seine Leser mit auf eine lange Reise, die von den internationalen Konferenzsälen in New York und Genf bis in die entlegendsten Dörfer Nigerias und Boliviens führt.

Tom Burgis

Der Fluch des Reichtums

Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas

Westend, 2016, Geb., 352 S.

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In mancher Hinsicht ist Afrika der wohl reichste Kontinent der Welt: Ein Drittel der weltweiten Rohstoffvorkommen liegt hier unter der Erdoberfläche. Für die Mehrheit der Bevölkerung bedeutet dieser Reichtum allerdings weit mehr Fluch als Segen. Ein kriminelles Netzwerk aus zwielichtigen Händlern, internationalen Großkonzernen und kapitalistischen Freibeutern hat sich den Zugang zu den Ressourcen gesichert und greift die Gewinne systematisch ab.

Atlas der Globalisierung

Weniger wird mehr. Mit Download

TAZ, 2015, Kt., 176 S.

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Wirtschaftswachstum gilt als Allheilmittel im modernen Kapitalismus. Doch auf einem begrenzten Planeten kann es kein unbegrenztes Wachstum geben. So kann es nicht weitergehen. Aber wie dann? Der Postwachstumsatlas gibt Antworten.

Dawid D. Bartelt

Konflikt Natur

Ressourcenausbeutung in Lateinamerika

Wagenbach, 2017, Kt., 144 S.

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Lateinamerika ist der artenreichste Kontinent und auf bestem Wege, diesen immensen Schatz für immer zu zerstören. Alles, was sich zu Geld machen lässt, wird dem Boden entzogen, mit unabsehbaren Umweltschäden. Raubbau an der Natur hat eine lange traurige Geschichte in Lateinamerika, beginnend mit der Kolonialzeit. Auch heute setzen die Regierungen, gerade die vermeintlich linken, massiv auf die Gewinnung von Rohstoffen. Überall auf dem Kontinent wird der Bergbau erleichtert und der mühsam errungene Schutz für Umwelt und indigene Orte ausgehebelt.