Deutscher Buchhandlungspreis 2016

Heinrich Heine Buchhandlung eG

Über uns

Heinrich Heine Buchhandlung eG

Es sind die späten siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und die bis dahin gültigen Werte befinden sich seit den 68er Revolten in einem stetigen Wandel.

Eine Zeit also, in der sich Politik, Bewusstsein und Wirtschaft in einer Phase des vermeintlich Umbruchs befinden, das Wirtschaftswachstum lahmt, der Terrorismus an den Grundfesten der Bundesrepublik rüttelt, das Umweltbewusstsein stetig zunimmt und die sozialen Sicherungssysteme Änderungen erfahren.

Gelesen werden Die verlorene Ehre der Katharina Blum von Heinrich Böll und Die Kunst des Liebens von Erich Fromm. Diesen Herausforderungen musste sich auch der stationäre Buchhandel stellen.

Neu entstanden Marktsegmente wollten besetzt werden

Die neu entstanden Marktsegmente wollten besetzt werden. Eine neue Buchhandlung hatte an der Universität nur eine Funktion, wenn sie den Vorstößen in neue Denkrichtungen Raum gab, ohne gleich das Alte zu verwerfen, d.h. ein breites Angebot an Klassikern und an neuen Strömungen in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte aufzuweisen hatte. Dabei wurden alle Fachbereiche als Felder gesellschaftlicher Auseinandersetzung begriffen und auch der belletristischen Literatur ein breites Podium geboten.

Dieses Konzept war neu und für die avisierten Zielgruppen - Studierende, Lehrkräfte, Intellektuelle und andere Literaturliebhaber - bedeutsam. Dazu kam, dass die Gründer und die Mitarbeiter ebenfalls aus dem akademischen Milieu kamen und der Universität gerade erst entwachsen waren.

1976 als GmbH gegründet erfolgte zehn Jahre später die Umwandlung in eine eingetragene Genossenschaft. Die Heinrich Heine Buchhandlung wuchs schnell. Die Mitarbeiter sollten partizipieren, materiell wie ideell. Aber die Heinrich Heine Buchhandlung e.G. verkörperte mehr als die täglich zu leistende Arbeit. Sie versprach eine demokratische Mitbestimmung im Unternehmen, umfasste Schulungen, eine Vielzahl von hochkarätigen Veranstaltungen und wirkte über das vorhandene Sortiment prägend für den intellektuellen Diskurs im Umfeld des Campus.

Die Utopie der Gründer, eine Welt gegen die Welt zu setzen, wurde zur ökonomisch messbaren Realität der Old Economy. Im Jahr 2000 verfügte die Genossenschaft über sieben stationäre Buchhandlungen in Hamburg. Vierzig Genossinnen und Genossen engagierten sich täglich aufs Neue um den Erfolg weiter auszubauen.

Die Welt des Buchs wird gerade mächtig durchgeschüttelt

Die zunehmende Digitalisierung stellte und stellt jedoch im neuen Jahrtausend zahlreiche Branchen vor neue Herausforderungen. Auch der Buchhandel tut sich bis heute schwer. Die Welt des Buchs wurde und wird gerade mächtig durchgeschüttelt und niemand weiß, wie sie am Ende aussieht. Wie kommt das Buch in Zukunft zum Menschen? Das ist die Frage, die sich gerade eine ganze Branche stellt. Werden Bücher nur noch Datenpakete sein? Und was bleibt von einem Beruf, der zum Buch zu gehören schien wie die Seiten aus Papier?

Wir setzen deutlich auf den Firmenkunden- und Bibliotheksservice

Zwangsläufig bedeutet dieser Trend die Verkleinerung von Flächen und den Ausbau digitaler Inhalte. Aber: »diese Herausforderung nimmt die Heinebuchhandlung gerne an. Nicht zuletzt das Modell der genossenschaftlichen Organisation lässt uns positiv auf die Herausforderung reagieren. Wir setzen deutlich auf den Firmenkunden- und Bibliotheksservice. Hier gelingt es uns, mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel, aber auch mit viel persönlicher Kompetenz, neue Geschäftsfelder zu erobern und langjährige Partner vertrauensvoll zu betreuen.« sagt Uwe Auer, zweiter Vorstand und Leiter des Firmenkundenbereiches.

Ines Meier, zuständig u.a. für die Verwaltung von Abonnements ergänzt: »Wir realisieren Kundenwünsche innerhalb eines Tages. Wir haben Zugriff auf ca. 1. Million lieferbare Titel und sind zudem Experten für den Auslandsbuchhandel. In Hamburg sind wir nach wie vor eine Institution«.

Langjährige Stammkunden kaufen schon seit Jahrzehnten bei uns

Aber auch das stationäre Geschäft entwickelt sich weiterhin gut. Langjährige Stammkunden kaufen hier schon seit Jahrzehnten. »Ich kaufe bei Heine, insbesondere wegen des Genossenschaftsgedankens und des hervorragenden Angebotes. Ich kann mir sehr gut vorstellen, mich in einer solchen Genossenschaft zu engagieren. Ein erster Schritt ist aus meiner Sicht die Initiierung eines Freundeskreises.« so Prof. Dr. Norman Paech.

Dem wird die Heinrich Heine Buchhandlung e.G. sicher folgen. Auch Studenten bleiben im Focus geschäftlicher Aktivitäten. Lesungen, Diskursabende, Mailings, Ambiente sowie die hervorragende Betreuung vor Ort sind wichtige Instrumente eines modernen Kulturmarketings. Der Besucher soll für sich entscheiden, warum ihm die Heinebuchhandlung wichtig ist und warum es sich lohnt, seine Bücher stationär zu erwerben. Utopia ist wandelbar.

»Die Zukunft gehört den Tüchtigen und tüchtig sind wir und positiv optimistisch. Das liegt schon in der Natur der Genossenschaftsstruktur.« so Axel Otto, Sprecher der Genossenschaft.