Deutscher Buchhandlungspreis 2016

Heinrich Heine Buchhandlung eG

Eva Illouz

Israel

Soziologische Essays

Suhrkamp Verlag, Mai 2015, 228 S., Kt.,

Was geht in einem Land vor, in dem Sicherheit von so überragender Bedeutung ist, dass sich eine Ärztin bereitwillig an einem Mordkomplott beteiligt, weil sie davon überzeugt ist, damit ihre Heimat zu verteidigen? Würden hochrangige israelische Politiker oder Militärs ein Mitglied einer Minderheit gegen den bloßen Verdacht des Hochverrats in Schutz nehmen? Fragen wie diesen spürt Eva Illouz in ihren Essays über Israel nach.

Anhand aktueller politischer Entwicklungen und persönlicher Erfahrungen zeichnet sie ein drastisches Bild der israelischen Gesellschaft: Die zunehmende Identifikation mit Ethnie und Religion, so ihre These, droht deren liberalen Charakter zu unterwandern. Illouz' in Israel viel beachteten und kontrovers diskutieren Texte kombinieren scharfsinnige Analysen mit einem kompromisslosen Plädoyer für eine offene Gesellschaft - eine dringend benötigte Stimme aus einer von Extremismus gezeichneten Region.

€ 18.00 Blick ins Buch

Ahron Bregman

Gesiegt und doch verloren

Israel und die besetzten Gebiete

Orell Fuessli Verlag, April 2015, 384 S., Geb.,

Israel und Palästina sind im Leid vereint und doch, es scheint keine Lösungzu geben für den vielleicht längsten und blutigsten Konflikt seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Dieses Buch erläutert die dramatischen Folgen des für Israel so siegreich verlaufenen Sechstagekrieges, der die Landkarte des Nahen Ostens radikal veränderte und bis heute nur Verlierer kennt. Ahron Bregman hatte für diese erste historische Darstellung des Sechstagekrieges Zugang zu bislang unbekannten Memos, Dokumenten und Briefen. Er erläutert die Strategien und Motive der wichtigsten Protagonisten von Moshe Dayan bis Bill Clinton und beleuchtet die kritischen Momente des Friedensprozesses. Gesiegt und doch verloren ist ein Schlüsselwerk für das Verständnis eines zentralen Konflikts unserer Zeit.

Ahron Bregman war israelischer Artillerieoffizier und nahm 1982 im Rang eines Majors am Libanonkrieg teil. Er studierte in Jerusalem und London Politikwissenschaften und arbeitete als parlamentarischer Assistent in der Knesset. 1988 erklärte er in der israelischen Tageszeitung Ha‘aretz, warum er sich weigere, in den besetzten Gebieten zu dienen. Anschliessend verliess er Israel und promovierte 1994 in London. Dort lebt er heute mit seiner Familie und lehrt am King’s Collegeim Fachbereich Kriegswissenschaften. Ahron Bregman hat bereits mehrere Bücher zum Nahostkonflikt geschrieben.

€ 24.95 Blick ins Buch

Noam Chomsky, Ilan Pappe

On Palestine

Penguin Books, Mai 2015, 215 S., Kt.,

On Palestine is Noam Chomsky and Ilan Pappé's indispensable update on a suffering region. Operation Protective Edge, Israel's most recent assault on Gaza, left thousands of Palestinians dead and cleared the way for another Israeli land grab. The need to stand in solidarity with Palestinians has never been greater. Noam Chomsky and Ilan Pappé, two leading voices in the struggle to liberate Palestine, discuss the road ahead for Palestinians and how the international community can pressure Israel to end its human rights abuses against the people of Palestine. This urgent and timely book offers hope and a way forward for all those committed to the struggle to liberate Palestine.On Palestine is the sequel to Chomsky and Pappé's acclaimed book Gaza in Crisis.


€ 8.85

Moshe Zuckermann

Israels Schicksal

Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt

Promedia Verlag, Oktober 2014, 208 S., Kt.,

Eine binationale Lösung wäre mit Entscheidungen verbunden, die den Zionismus - Israels Staatsideologie - gravierend belasten, ja das gesamte zionistische Projekt infrage stellen. Dass letztlich nichts an einer Zwei-Staaten-Lösung vorbeiführt, wie Zuckermann meint, leuchtet den meisten Politikern ein. Der Autor stellt daher die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Rettung des zionistischen Projekts nicht wahrgenommen wird.


€ 17.90

Avi Primor

Nichts ist jemals vollendet

Die Autobiografie

Quadriga, Februar 2015, 431 S., Geb.,

Dass Avi Primor 2013 gemeinsam mit dem Palästinenser Abdallah Frangi mit dem Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet wurde, ist kein Zufall. Längst ist Primor für sein Engagement für die Aussöhnung zwischen Israel und Deutschland bekannt. Sein Einsatz ist nicht selbstverständlich: Nur durch Zufall entging seine Mutter dem Holocaust. Aussöhnung auch zwischen Israelis und Palästinensern: Mit seiner Art, Missstände im Umgang mit den Palästinensern offen anzusprechen, machte er sich in seiner Heimat Israel nicht nur Freunde. Hier erzählt Avi Primor von seiner Arbeit als Botschafter Israels und davon, was ihn zu dem Brückenbauer machte, als der er heute gewürdigt wird.


€ 22.99 Blick ins Buch

Tuvia Tenenbom

Allein unter Juden

Eine Entdeckungsreise durch Israel

Suhrkamp Verlag, November 2014, 473 S., Kt.,

Ende 2012 erschien Tuvia Tenenboms furioser Reisebericht Allein unter Deutschen, der hier heftig diskutiert wurde und monatelang auf der Bestsellerliste stand. Nach seiner Deutschland-Tour hat sich Tenenbom 2013 auf Entdeckungsreise durch Israel begeben. Dreißig Jahre nachdem er seine Heimat in Richtung USA verlassen hat, kehrte er, der Sohn eines Rabbiners, zurück, um sich ein eigenes Bild davon zu machen, wie sich die kulturelle und politische Identität Israels verändert hat.

Dafür ist er wieder kreuz und quer durchs Land gereist: vom Gazastreifen bis zu den Golanhöhen, von Eilat bis zu den Hisbollah-Stellungen im Norden. Und schon bald erkennt er, dass man, um dieses Land wirklich zu verstehen, mit allen sprechen muss: mit Ultraorthodoxen und Atheisten, mit Fundamentalisten jeglicher Couleur, mit Kibbuzniks und Siedlern, Rabbis und Imamen, mit Mystikern und Intellektuellen, Militärs und Geheimagenten, mit israelischen Prominenten und palästinensischen Politikern, mit Journalisten und NGO-Aktivisten u.?v.?m. Das Ergebnis dieser nicht immer ganz konfliktfrei verlaufenen Begegnungen ist eine ebenso unterhaltsame wie erhellende Erkundung eines Landes der Extreme, wie man sie so noch nie gelesen hat.

€ 16.99 Blick ins Buch

Stephan Grigat

Die Einsamkeit Israels

Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung

Konkret Literatur Verlag, Oktober 2014, 181 S., Kt.,

Am Beginn des 21. Jahrhunderts ist die antizionistische Ideologie zu neuem Leben erwacht und weist weit über den Kreis linker Kleingruppen hinaus. Die Existenz von Antisemitismus in der Linken ist heute evident. Angesichts der ausufernden Literatur, die ihn wieder und wieder belegt, kann sein Leugnen heute nur mehr als eine seiner Ausdrucksformen angesehen werden. Im Antizionismus tritt er als eine spezifische Form des Antisemitismus nach Auschwitz auf, der sich aus Mangel an konkreten Haßobjekten gegen den kollektiven Juden, den Staat Israel, richtet. Daß die im Antizionismus angelegten Vernichtungsphantasien nicht Realität geworden sind, verdankt sich einzig und allein der israelischen Staatsgewalt.¿


€ 19.00

Ali Ghandtschi (Hg.)

Mein Israel

Juden und Palästinenser erzählen

Suhrkamp Verlag, März 2015, 158 S., Kt.,

Der Berliner Fotograf Ali Ghandtschi machte sich auf den Weg nach Israel, um Schriftsteller und Künstler zu porträtieren und sich ein eigenes Urteil über das Land zu bilden. Irgendwann begann er - als Deutscher, Perser, Nichtjude in einer besonderen Position -, Fragen zu stellen und ein Tonbandgerät mitlaufen zu lassen. Um die Unterhaltung nicht gleich auf Politik zu lenken, bat er seine Gesprächspartner, ihm von ihrer Kindheit zu erzählen. Fast alle waren erfreut, dass sich jemand für persönliche Geschichten und nicht nur für die Politik interessierte.

Und dennoch spannt sich der Bogen der Erinnerungen in diesem Band fast immer bis in die Gegenwart und berührt die derzeitige Lage. Da alles in Israel mit Politik zu tun hat, sind auch Kindheitserinnerungen politisch. Und auch die Bilder von Ali Ghandtschi zeugen von einem Alltag, der nur scheinbar alltäglich ist. Sie erzählen vom Übertönen, Ausstreichen und Rechthabenwollen. Von der Suche nach der einen Wahrheit. So ergibt sich aus der Vielzahl der unterschiedlichsten Stimmen - moderat religiöse, orthodoxe und säkulare Juden, Zionisten und palästinensische Israelis - ein Gesamtbild mit unerwarteten Perspektiven.

€ 15.00 Blick ins Buch

Shlomo Sand

Die Erfindung des Landes Israel

Mythos und Wahrheit

Ullstein Taschenbuchverlag, März 2014, 396 S., Kt.,

Gehört Israel den Juden? Was bedeutet überhaupt Israel? Wer hat dort gelebt, wer erhebt Ansprüche auf das Land, wie kam es zur Staatsgründung Israels? Der israelische Historiker Shlomo Sand stellt den Gründungsmythos seines Landes radikal in Frage. Überzeugend weist er nach, dass die Juden nie danach gestrebt haben, in ihr »angestammtes Land« zurückzukehren, und dass auch heute ihre Mehrheit nicht in Israel lebt oder leben will. Nachdrücklich fordert er die israelische Gesellschaft auf, sich von den Mythen des Zionismus zu verabschieden und die historischen Tatsachen anzuerkennen.


€ 11.99 Blick ins Buch

Judith Butler

Am Scheideweg

Judentum und die Kritik am Zionismus

Campus Verlag, Oktober 2013, 277 S., Geb.,

Kritiker des Staates Israel und seiner Siedlungspolitik geraten schnell unter den Verdacht des Antisemitismus - so auch die prominente jüdische Philosophin Judith Butler. In ihrem neuen Buch geht Butler der Frage nach, wie eine Kritik am Zionismus aus dem Judentum selbst heraus möglich, ja ethisch sogar zwingend ist. In einer eindringlichen Auseinandersetzung mit Hannah Arendt, Emmanuel Lévinas, Walter Benjamin, Primo Levi und den Palästinensern Edward Said und Mahmoud Darwish entwickelt sie eine neue jüdische Ethik, die sich gegen die von Israel ausgeübte und vom Zionismus legitimierte staatliche Gewalt sowie Israels koloniale Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen wendet. Diese Ethik steht ein für die Rechte der Unterdrückten, für die Anerkennung des Anderen und die Infragestellung der jüdischen Souveränität als alleinigem Bezugsrahmen der israelischen Staatsraison. Aus der Erfahrung von Diaspora und Pluralität heraus plädiert Butler für einen Staat, in dem Israelis und Palästinenser, Juden und Nichtjuden gleichberechtigt zusammenleben.


€ 28.90

Carlo Strenger

Israel

Einführung in ein schwieriges Land

Juedischer Verlag, April 2012, Neuauflage, 173 S., Kt.,

Staat der Juden, Land der Rätsel: Einerseits eine hochmoderne Gesellschaft mit einer lebensfreudigen, liberalen Kultur, geht Israel derzeit durch eine der schwersten Krisen seit seiner Gründung. Der Friedensprozeß liegt auf Eis, das Land ist isoliert, im Alltag leben Juden und Araber mit wechselseitiger Verachtung nebeneinander her, und der eskalierende Kampf zwischen religiösen und säkularen Juden bedroht die Grundfesten der israelischen Gesellschaft.

Ausgehend von Beobachtungen und Szenen des Alltags, eröffnet uns Carlo Strenger Einsichten in den Alltag und die Mentalität Israels - engagiert und mit wacher Beobachtungsgabe, doch ohne Idealisierung und Dämonisierung. Strenger zeigt Israel als zerrissene Gesellschaft, die grundlegende Probleme der Identität noch nicht gelöst hat. Er versucht neue, zeitgemäße Antworten auf drängende Fragen des jungen Staates zu geben: Wie soll das Verhältnis von Staat und Religion, zwischen westlicher Weltoffenheit und nahöstlicher Tradition gestaltet werden? Wie können die Spannungen zwischen Einwanderungsgruppen aus grundverschiedenen Kulturen gelöst werden? Seine Betrachtung, die zugleich ein essayistischer Reisebegleiter ist, eröffnet einen umfassenden Blick auf die Widersprüchlichkeit Israels - aber auch auf die Möglichkeit einer Wahrnehmung des Landes jenseits von Schuld, Gegenschuld und dem Kampf der Monotheismen.

€ 16.90

Moshe Zuckermann

Wider den Zeitgeist 1

Aufsätze und Gespräche über Juden, Deutsche, den Nahostkonflikt und Antisemitismus

Laika-Verlag, Oktober 2012, 275 S., Kt.,

Der vorliegende Band mit Aufsätzen und Gesprächen enthält Heterogenes, und doch sind die darin versammelten Texte alle aufeinander bezogen. Es geht um Deutsche und Juden, um Israel und den Zionismus, um den Palästina-Konflikt sowie um den Begriff des Antisemitismus. Was die Beiträge kennzeichnet, ist ein sie determinierender übergreifender Kontext - die Auseinandersetzung mit den politischen, historischen und ideologischen Dimensionen einer von der Vergangenheit durchtränkten Gegenwart, die ihrerseits Bild und Deutung der Vergangenheit in entscheidender Weise prägt.

Moshe Zuckermann, geboren 1949 in Tel Aviv, ist Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Von 2000 bis 2005 leitete er dort das Institut für Deutsche Geschichte. Seit 2010 ist er wissenschaftlicher Leiter der Sigmund Freud Privatstiftung in Wien. Moshe Zuckermann ist Autor zahlreicher Bücher, darunter »Antisemit!«. Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument (2010) und Sechzig Jahre Israel. Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus (2009).

€ 21.00

Dan Diner

Rituelle Distanz

Israels deutsche Frage

DVA, März 2015, 170 S., Geb.,

Vor 50 Jahren haben die Bundesrepublik Deutschland und der Staat Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen - vorläufiger Endpunkt einer dramatischen Vorgeschichte, die im Luxemburger Abkommen zur sogenannten Wiedergutmachung von 1952 ihren Ausgang nahm. In dichter Erzählung sucht der Historiker Dan Diner die Tiefenschichten jener zwiespältigen deutsch-israelischen Annäherung auszuleuchten, vor allem die politisch-theologischen Aspekte der Diskussion auf israelischer Seite nur wenige Jahre nach dem Mord an den europäischen Juden. Es geht ihm dabei um Sprache und Habitus, Fluch und Bann, um Erinnern und Vergessen, Anerkennung und Nichtanerkennung - schließlich um die Entscheidung zwischen jüdischer Tradition und israelischer Staatsraison: Durfte man mit dem Land der Mörder in Verhandlungen treten und materielle Entschädigung annehmen?


€ 19.99 Blick ins Buch

Noah Flug, Martin Schäuble

Die Geschichte der Israelis und Palästinenser

DTV, April 2013, 213 S., Kt.,

Den Nahost-Konflikt kann nur verstehen, wer die Geschichte der Israelis und Palästinenser kennt. Es ist die Geschichte langer und immer neuer erbitterter Kämpfe, die bis heute keinen wirklichen Sieger gesehen haben. Hier kommen auch diejenigen zu Wort, die all diese Kämpfe erleben und erleiden mussten. Was sie erzählen, macht überdeutlich, dass es zwischen den streitenden Parteien nicht die eine gültige Wahrheit gibt - und keine der beiden die Wahrheit für sich beanspruchen kann. Aktualisierte und überarbeitete Neuausgabe mit Karten, Zeittafel und Medienhinweisen.


€ 10.95 Blick ins Buch

Georg M. Hafner, Esther Schapira

Israel ist an allem schuld

Warum der Judenstaat so gehasst wird

Eichborn Verlag, April 2015, 316 S., Geb.,

Sommer 2014: In Deutschland wird wieder einmal gegen Israel demonstriert, Anlass ist der Krieg im Gaza. Juden werden in Deutschland tätlich angegriffen und im Internet bedroht. Hassparolen wie »Kindermörder Israel« sind an der Tagesordnung sind. Kein Land der Welt polarisiert so sehr wie der 1948 gegründete Staat. Warum? Die preisgekrönten Journalisten Georg M. Hafner und Esther Schapira legen mit ihrer Streitschrift den Finger in die Wunde.

Viele Deutsche haben mit Israel ein Problem, weil es ein Judenstaat ist. Aber es gibt kein Tabu, Israel zu kritisieren, wie gern behauptet wird. Das wirkliche Tabu ist es, sich zu Israel zu bekennen. Denn ob Linke, Rechte oder die Mitte der Gesellschaft - in einem sind sich alle einig: Israel ist an allem schuld. Die Autoren entlarven die unheilvolle Allianz aus deutscher Schuldabwehr, Antisemitismus und religiösem Judenhass von Christen und Muslimen. Eine entlarvende und provozierende Streitschrift.

€ 19.99 Blick ins Buch