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GeschenkIdeen vom Heine-Team: Fluchtbewegungen
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 Ljudmila Ulitzkaja
Daniel Stein
Roman
Hanser,
2009,
496 S.,
kart.,
EUR 24.90
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Die Autorin lernte den polnischen Juden »Bruder Charlie« 1992 selbst kennen und war fasziniert von seiner einzigartigen und verrückten Biographie. Er rettete das Leben hunderter Juden und Kommunisten und überlebte drei Todesurteile. Er haderte mit Gott und trat zum Katholizismus über. Er erweckte die hebräische Urkirche zu neuem Leben und starb am Ende bei einem mysteriösen Autounfall. Ulitzkaja versucht in ihrem Roman nun wagemutig dieses vielschichtige Leben mit Hilfe von zahlreichen historischen und fiktiven Personen und Dokumenten zu einem Mosaik zusammenzusetzen, das in seinem Ergebnis zutiefst bewegt.
Es entsteht ein Buch voller Lebensgeschichten und Schicksalen, voller Ideologien und Gräuel, welche die jüdische und israelische Geschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegeln, angefangen von der Flucht aus dem europäischen Ghetto bis hin zur Ermordung Yitzak Rabins durch einen radikalen Siedler.
Daniel Steins Versuch, die jüdische und christliche Kirche in einer hebräischen Urgemeinde, die auf Menschlichkeit und Toleranz fußt, wiederzuvereinen, scheitert. Durch dieses weise Buch lernt man vieles über die Ursachen des Nah-Ost-Konfliktes. Es ist ein zutiefst menschliches Buch.
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 David Grossman
Eine Frau flieht vor einer Nachricht
Roman
Hanser,
2009,
736 S.,
kart.,
EUR 24.90
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Die quälende Angst israelischer Mütter und Väter um ihre Söhne beim Militäreinsatz beschreibt sehr eindrücklich der neue Roman des israelischen Schriftstellers David Grossman. Tragischer persönlicher Hintergrund des Buches ist es, dass der Autor selbst seinen Sohn Uri während des Libanonkrieges im Jahre 2006 verlor. Grossman begann den Roman 2003 in dem irrationalen Glauben, dass solange er an dem Buch schreibt, er das Leben des Sohnes beschützen könne. Auch die Protagonistin des Romans Ora, Mutter von Ofer, der sich freiwillig zu einer großen Offensive der israelischen Armee im Westjordanland gemeldet hat, glaubt durch eine Reise der etwaigen schrecklichen Nachricht vom Tod ihres Sohnes zu entfliehen beziehungsweise ihn dadurch zu verhindern.
700 Seiten verfolgen wir als Leser gebannt das Porträt einer Familie, deren Zusammenhalt allmählich vom Schicksal ihres Landes zerstört wird. Ohne sentimental zu werden wird uns klar, aus wie vielen kleinen Dingen, Fehlern, Gesprächen, Gedanken ein Mensch gebildet wird und wie leicht es ist, ihn zu zerstören.
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 Anne Michaels
Wintergewölbe
Berlin Verlag,
2009,
349 S.,
gb.,
EUR 22.00
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Kanada, Ägypten und Polen sind die Handlungs- und Erinnerungsorte von Anne Michaels neuem Roman. Die Protagonisten Jean, Avery und Lucjan lernen sich in den 60er Jahren kennen. Avery und Jean treffen in einem ausgetrockneten Flussbett in Kanada aufeinander, verlieben sich und heiraten. Als Avery, von Beruf Architekt, den Tempel von Abu Simbel aufgrund des neu erbauten Assuan-Staudamms versetzen soll, gehen beide nach Ägypten. Jean wird schwanger, verliert das Kind und die Eheleute entfernen sich immer weiter voneinander. Zurück in Kanada trifft Jean auf den polnischen Künstler Lucjan, der sie fasziniert, weil er ihr viel über seine Erlebnisse als Kind in den Trümmern von Warschau in der Kriegs- und Nachkriegszeit erzählt.
Unterschiedliche Lebenswelten der Protagonisten werden dabei deutlich und auch die verschiedenen Exodi auf der Welt zeigen Parallelen auf. Die Umsiedlung der Toten in Kanada, die der Lebenden in Ägypten und die Flucht der Überlebenden aus Warschau. Alle Exodi bringen Verluste von Erinnerung, Heimat und Sicherheit mit sich. Das sehr poetisch geschriebene Buch stellt viele Fragen, die zum Nachdenken anregen.
Anne Michaels wurde 1958 in Toronto geboren. Mit ihrem ersten Roman Fluchtstücke gelang ihr ein internationaler Bestseller, der in 30 Sprachen übersetzt wurde.
[ Leseprobe ( pdf ) ]
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