»Was für ein Buch! Ich bin wahnsinnig stolz auf meinen Bruder!« sagt Johnny Depp. Aha – Johnny Depp hat also einen Bruder, und der schreibt auch noch Bücher. Muss man »Stadt der Verlierer« lesen? Man muss nicht – aber alle Freunde des amerikanischen Private-Eye-Krimis werden auf ihre Kosten kommen.
David Spandau, ein Ex-Hollywood-Stuntman mit einer Vorliebe für den Wilden Westen und seine Ex-Frau Dee arbeitet erfolgreich in einer Privatdetektei in Los Angeles.
Sein neuer Auftrag: Er soll Hollywoods heißesten Jungschauspieler Bobby Dye beschützen, der Morddrohungen erhalten hat. Spandau wird bald klar, dass Dye nicht nur bedroht, sondern auch erpresst wird. Spielt dabei Dyes Lebenswandel (Drogen) eine Rolle? Hat die Mafia ihre Finger im Spiel? Welche Verbindungen gibt es zu Richie Stella, dem Clubbesitzer und Dealer, der von einer Karriere als Filmproduzent träumt? Was wissen Dyes Agenten? Zusammen mit seinem alten Kumpel Terry McQuinn versucht Spandau, seinen Klienten zu schützen. Den Plan, den die beiden aushecken, gerät gehörig aus den Fugen und am Ende gibt es einige Tote…
Daniel Depp hat mit David Spandau einen äußerst sympathischen Helden geschaffen, der uns in die düsteren Ecken Hollywoods führt. Korruption, Erpressung, Drogen, Mord – hier ist von Glamour keine Spur. Deprimierend könnte man meinen. Doch Depps Art zu erzählen, ist alles andere als trist. Sarkastisch, lakonisch in bester Hardboiled- Tradition mit einer großen Portion schwarzen Humor führt uns Depp hinter Hollywoods glitzernde Fassade. Und der Mann kennt sich aus. Nicht nur mit Bruder Johnny Depp als Quelle. Daniel Depp ist Drehbuchautor und hat so seine eigenen Erfahrungen mit der Welt des schönen Scheins gemacht. Apropos Drehbuchschreiben – das kommt auch seinem Roman zu Gute. Und so machen eine rasante Handlung und knackige Dialoge »Stadt der Verlierer« zu einem tollen Debüt. Ich warte schon sehnsüchtig auf ein zweites Treffen mit David Spandau!
Daniel Depp: Stadt der Verlierer