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12. Oktober 2009

   

Ja – ich bin Fan des FC St. Pauli…

von Martina Schröder


Bei jedem Heimspiel stehe ich in der Gegengerade und feuere meine Jungs an. Kein Wunder also, dass ich gern Bücher zum Thema »Das Runde muss ins Eckige« lese. Besonders, wenn es um meinen Lieblingsverein geht. Besonders ans Herz gewachsen ist mir »St. Pauli ist die einzige Möglichkeit« von Mike Glindmeier, Folke Havekost und Sven Klein. Sie nennen ihr Buch eine Fan-Triographie. Und das ist es auch. Die drei haben ihre Erinnerungen an markante Daten der FC St. Pauli-Historie aufgezeichnet. Abstiege, Aufstiege, der Sieg gegen die Bayern, Retteraktionen, die Umbenennung des Stadions. Aber nicht nur die sportliche Entwicklung, sondern auch das Umfeld werden beschrieben( Fanladen, Jolly Roger, Fanzines). Gastbeiträge von z.B. Sven Brux, Brigitte Mayer und Thees Uhlmann runden das Ganze ab. Ganz besonders herzerwärmend ist das Kapitel »Glory Days« – ein Ausblick in die Zukunft meines Lieblingsvereins. Zum Jubiläum im nächsten Jahr geht so einiges… Ach ja…

Wem das jetzt zuviel FC St. Pauli war, dem sind folgende Fußballbücher ans Herz gelegt. Simon Kuper: »Football Against the Enemy oder: wie ich lernte, Deutschland zu lieben.« In England ist dieses Buch schon 1994 erschienen. Jetzt gibt es endlich eine deutsche Übersetzung. Das lange Warten hat der Qualität keinen Abbruch getan; es hat sich gelohnt. In seinen Reportagen untersucht Kuper die unterschiedlichen Aspekte zum Thema Fußball und Politik. Er hat 22 Länder bereist und dort der identitätsstiftenden Qualität des Sports nachgespürt: z.B. Fußball in Estland als Widerstand gegen den großen Nachbarn Russland. Er beschreibt die Rivalität zwischen den Niederlanden und Deutschland und zeigt, was ein Heimsieg der niederländischen Nationalmannschaft im Land auslöst. Ganz großartige Reportagen.

Mit dem Einzug wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in den modernen Fußball befasst sich Christoph Biermann in »Die Fußball-Matrix«. Man könnte jetzt befürchten, dass Biermann dröge an Hand wissenschaftlicher Erkenntnisse das Spiel neu deutet. Aber ich habe schon viele seiner Kolumnen im Magazin »11 Freunde« gelesen. Das ließ hoffen. Zu Recht! Biermann interviewt Lionel Messi zum Thema Computerspiele, spricht mit Volker Finke, schreibt über das leidige Thema Fehleinkäufe, wie sich der Fußball verändert hat.

Traditionalisten geht das vielleicht etwas weit. Ich habe es aber gern gelesen. Und zur Beruhigung bleibt die Erkenntnis: Mit 22 Spielern, einem Schiedsrichter und zwei Assistenten bleibt immer genug Raum für Chaos und Wahnsinn. Manchmal reicht da schon eine Papiekugel…

 

 

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Kommentare:


  uwe schrieb am Montag, den 19. Oktober 2009:

 

Wieso heißt es eigentlich immer \"der Sieg gegen die Bayern\" - gab es denn nur einen?! Oder zählen Auswärtssiege nicht mit...


 

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